Zu unserem Präsenztreffen am 13. konnte Präsident Jürgen Temp mit dem ehemaligen Bausenator von Berlin, Wolfgang Nagel, einen Mann verpflichten, der in einer für Berlin sehr wichtigen Zeit eine mitentscheidende Rolle spielte.

Er selbst bezeichnet die Zeit als Senator von 1989 bis 1996 als die beste seines Lebens. Er war der erste Mann, der in der wieder vereinigten Stadt die Weichen für das bauliche Zusammenwachsen der lange getrennten Teile stellen musste. Viele für uns neue und erstaunliche Begebenheiten aus dieser Zeit und besonders von den Tagen kurz nach dem Mauerfall wusste er zu erzählen. Besonders, da die 20. Wiederkehr dieses denkwürdigen Tages kurz bevorstand, war der Vortrag für uns alle interessant und machte dieses einmalige Ereignis wieder für uns gegenwärtig. Die Tage und Wochen nach dem 9. November 1989 waren reine Chaostage, da sich dieses Ereignis überhaupt nicht vorher angekündigt hatte. Auch kein Geheimdienst konnte vorher Informationen geben. Es wurden alle überrascht.

Herr Nagel ist davon überzeugt, dass, wenn auch die praktische Arbeit hinsichtlich des Zusammenwachsens der beiden Stadthälften gut erledigt wurde, der mentale Prozess auch nach 20 Jahren noch nicht abgeschlossen sein kann. Eine Trennung über eine und eine halbe Generation kann nicht in 20 Jahren aufgeholt werden.

12 Milliarden DM sind in den Wiederaufbau des Ostteils der Stadt geflossen. 150 international renommierte Architekten haben in der gesamten Stadt gebaut und ihr das Gesicht gegeben, das sie heute zur von allen Deutschen anerkannten Hauptstadt macht.

                      

Alle Teilnehmer des Abends waren vom Thema und auch der Art des Referates bewegt und sehr dankbar für diesen so eindrucksvollen Vortrag.

 

Das Informelle Treffen  am 27. dieses Monats wurde von der Vizepräsidentin, LF Irmgard Kirstgen, gestaltet. Wir besuchten die Ausstellung der Künstlerin Anita Staud im Rolf-Benz-Studio im Stilwerk, das sich in der Kantstraße, Berlin-Charlottenburg, befindet. Diese Veranstaltung zog doch eine Reihe von Lionsfreunden und Gäste an. Die Künstlerin selbst gab einen Überblick über ihr Schaffen und erklärte die ausgestellten Bilder.

                            

Geschichte ist ein wichtiges Thema ihrer Arbeit. So widmete sie sich auch in einigen Werken der jüngeren Geschichte unseres Landes.  Zum Beispiel wurden alte Stasi-Telefonprotokolle von ihr übermalt aber so, dass das Thema deutlich sichtbar blieb.

Die Bilder mit fröhlichen Motiven, wie „Ping-Pong“ und „Hubba Bubba“, haben die Zuschauer besonders beeindruckt.

                   

Die Kunsthistorikerin, Frau Dr. Angelika Leitzke, würdigte in einem kurzen Vortrag die Künstlerin.

                                                           

Alle Teilnehmer fanden diesen Abend besonders interessant und dankten Frau Kirstgen für diese tolle Idee.

               

 

H.A.