Besuch der Nordischen Botschaften

Ein architektonisches „Highlight“ konnten etwa 30 Lions-Freunde und Gäste mit dem Besuch der Nordischen Botschaften unter der fachkundigen Führung von Herrn Ulf Meyer (Architekt) bewundern.

  

Der gemeinsame Botschaftskomplex der nordischen Länder Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Finnland im Herzen Berlins steht an derselben Stelle, an der sich in den Jahren 1939 – 43 die Botschaftsgebäude Finnlands und Schwedens befanden. Nach dem Rückkauf der Grundstücke Anfang der 90er Jahre wurde ein internationaler Architekturwettbewerb für den Gesamtplan der Anlage ausgeschrieben, den die jungen Architekten Alfred Berger und Tiina Parkkinen gewannen. Alle nordischen Länder lobten später jeweils einen nationalen Wettbewerb für ihr eigenes Botschaftsgebäude aus.

Die Anordnung der 6 Gebäude (5 Botschaften und ein Gemeinschaftsgebäude) stellt einen nach Süden geöffneten Bogen dar.



Von der Botschaft Dänemarks im Südwesten zieht sich der Bogen über Island, Norwegen, Schweden, Finnland bis zum Gemeinschaftshaus im Südosten. Der Bogen ist nach Norden hin geschlossen, da auch nördlich dieser Länder keine Nachbarn mehr vorhanden sind. Nach Süden ist der Bogen offen, was auch die Öffnung zu den europäischen Nachbarn darstellen soll. Die Botschaftsgebäude symbolisieren auch in gewisser Weise ihre Länder. So z.B. ist die Fassade der isländischen Botschaft aus vulkanischem Gestein, da Island eine vulkanreiche Insel ist.

   

   



Wasserbecken zwischen einigen Gebäuden symbolisieren die Meere, die zwischen den betreffenden Ländern liegen. Die gesamte Anlage der Botschaften zeigt sowohl die Gemeinsamkeit der nordischen Länder als auch die Individualität der einzelnen Staaten.

Die finnische Botschaft wurde ausführlich besichtigt. Da Finnland reich an Wald und somit an Holz ist und damit 40 % des Zelluloseweltmarktes besitzt, wird dieser Reichtum durch die mit Leisten aus Lärchenholz verkleidete Außenfassade gezeigt.



Die Botschaftsrätin für Kultur, Frau Hannele Malms, führte uns durch die Botschaft und zeigte einige Besonderheiten des Gebäudes. Speziell in Finnland ist die Kunst der Architektur und des Designs eine Säule der nationalen Identität.


 

Wie es sich für ein finnisches Gebäude gehört, besitzt die Botschaft auch Saunaräume.



Trotz der sparsamen Verwendung von Farben und üblicher Accessoires strahlen vor allem das große Sitzungszimmer, die Bibliothek und der Kaminraum ein gewisse Gemütlichkeit und Wärme aus.

Zum Abschluss des Besuches wurde das Gemeinschaftshaus besichtigt, in dem eine gemeinsame Verwaltung z.B. der Sicherheit untergebracht ist. Für Ausstellungen sind ebenfalls geeignete Räume vorhanden.



Die freitragende Treppe in der Eingangshalle stellt eine besondere Attraktion dar, da sie vor allem in statischer Hinsicht auffallend und bemerkenswert ist.



Diese wieder sehr gelungene Veranstaltung fand ihren Abschluss bei einem gemeinsamen Essen im nahegelegenen Hotel Berlin.


H.A.